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Arbeitswelt 4.0 – Handfeste Tipps für Recruiter und Unternehmen

Arbeitswelt 4.0 – Handfeste Tipps für Recruiter und Unternehmen

Zweimal in der Woche fährt Kai nach der Arbeit mit dem Bus zur Uni, um eine Vorlesung zum Thema Wirtschaftsmathematik zu hören und sich weiterzubilden. Auf dem Weg surft er zur Unterhaltung auf seinem Smartphone. In den letzten Wochen bleibt sein Blick häufiger bei den Stellenanzeigen hängen, denn er wünscht sich einen Arbeitgeber, der sein Interesse an stetiger Weiterbildung teilt und honoriert. Damit ist Kai nicht allein – ob auf dem Weg zur Arbeit, zum Sport oder während anderer Wartezeiten: Über 60% der Stellensuchenden nutzen das Smartphone zur mobilen Stellensuche. Mit den folgenden Tipps steigen Deine Chancen, die Aufmerksamkeit von Kai und allen anderen, die schon in der Arbeitswelt 4.0 angekommen sind, auf Dein Unternehmen zu lenken.

Tipp 1.0 – Der Frischekick für Ihre Karriereseite

Die Digitalisierung in Richtung “Arbeitswelt 4.0” macht auch vor den Mitarbeitern keinen Halt. Nicht nur junge Arbeitsuchende, auch wechselwillige Fachkräfte nutzen in erster Linie das Internet, um sich über potentielle Arbeitgeber zu informieren. Für Unternehmen bedeutet das, dass die Karriereseite auf der eigenen Website leicht und schnell zu finden sein muss. Ist der Link bei bislang eher tief in der Navigation vergraben, solltest Du mit dem Entstauben anfangen. Auf der Karriereseite informiert sich der Kandidat über Dein Unternehmen, von daher müssen gerade hier die Vorzüge des Unternehmens ins rechte Licht gerückt werden. Die Selbstdarstellung darf nur nicht so stark ausufern, dass die aktuell offenen Positionen in den Hintergrund geraten –  denn diese sind das Herzstück der Karriereseite.

Tipp 2.0 – “Responsive Design” ist mehr als ein Modewort

Jobsuchende nutzen in der Arbeitswelt 4.0 jede Stand- und Wegezeit, um von neuen Jobangeboten zu erfahren und recherchieren auch gleich die Firmen, die dahinter stehen. Wenn die Firmenwebsite aber nur am PC richtig funktioniert und die Nutzung auf dem Smartphone eine Qual ist – dann sind potentielle Bewerber schnell verloren. Die Zeit am heimischen PC ist zu kostbar, um sie mit Recherche zu verbringen. Hier schreibt der Arbeitsuchende seine Bewerbungen und ist froh, nach getaner Arbeit zu entspannen. Daher ist es wichtig, responsive Design einzusetzen. Nur so kommt die Website auch im ruckelnden Zugabteil noch optimal zur Geltung.

Tipp 3.0 – Die Mobile Bewerbung verschafft Vorsprung

Praktisch alle Job-Interessierten betreiben ihre Jagd nach dem neuen Arbeitsplatz online und von unterwegs. Mit dem Handy surfen sie auf der Karriereseite und durchstöbern die angebotenen Stellen. Bietet man ihnen gleich hier die Möglichkeit, sich zu bewerben, dann hebt man sich von der breiten Masse der noch nicht in der Arbeitswelt 4.0 angekommenen Unternehmen positiv ab und erhöht die Chance, Bewerbungen zu erhalten. Mache es besser als all jene Firmen, die sich darauf verlassen, dass ein Kandidat sich Stunden später noch an sie erinnert, wenn er endlich am heimischen PC angekommen ist. Die Kandidaten, die sich schon mobil beworben haben, bekommen diese Unternehmen gar nicht erst zu sehen.

Tipp 4.0 – Netzwerken und Markenbotschafter aussenden

Die Arbeitswelt 4.0 bringt neue Technologien, neue Kommunikationskanäle und veränderte Bewerbererwartungen. Um den neuen Anforderungen gerecht zu werden, ändert sich auch das Jobprofil des Recruiters. Anstatt als Rausschmeißer zu agieren und Bewerbungs-Anschreiben auf DIN-Konformität zu prüfen, sind heute Social-Media-Kompetenz und Networking-Skills gefragt. Auf Karriereplattformen und Communities agiert der Recruiter als Markenbotschafter des Unternehmens und motiviert bestehende Mitarbeiter, es in ihren eigenen Foren gleichzutun. Designer, IT-Spezialisten und Produktentwickler haben ihre eigene Sprache und ihre eigenen Netzwerke. Ein geschickter Recruiter nutzt diese Spezialisten als Markenbotschafter in jeder Nische.

Zusammenfassung: Recruiting in der Arbeitswelt 4.0 ist emotional und digital

Während die Digitalisierung der Arbeitswelt 4.0 noch munter voranschreitet, sind die Bewerber schon längst in der digitalen Welt angekommen. Von unterwegs und zu Hause nutzen sie alle Kanäle, um einen attraktiven Arbeitsplatz zu finden, der ihren modernen Ansprüchen gerecht wird. Mit unseren Tipps erweiterst Du geschickt Dein Netzwerk und nutzt alle digitalen Kanäle zur Gänze aus.

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Arbeitswelt 4.0 | Welche Werte möchten wir morgen leben?

Arbeitswelt 4.0 | Welche Werte möchten wir morgen leben?

Nicht nur die Arbeitswelt ändert sich aufgrund der Digitalisierung, sondern auch die Ansprüche und Bedürfnisse hinsichtlich der Lebens- und Arbeitsumgebung. Eine Arbeit auszuführen, nur weil sie die Miete und den Lebensstandard sichert, ist von vielen nicht mehr akzeptiert. Vielmehr werden Werte & Ideale, die die Vereinbarkeit mit dem Privatleben sichern UND als sinnstiftend empfunden werden, immer wichtiger. Derzeit ist lediglich ein Fünftel der Arbeitnehmer in Deutschland zufrieden mit der ausgeübten Tätigkeit. Allerdings gibt es sehr unterschiedliche Auffassungen über das Idealbild der Arbeit in der Zukunft, da das Empfinden stark auseinander strebt. Was dem einen als perfekt erscheint, ist dem anderen ein Graus.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat hierzu eine interessante Studie durchgeführt, die einen aktuellen „Wasserstand“ misst (vgl. Wertewelten Arbeiten 4.0, 2016). Hierbei wurde auf Basis von Befragungen und Interviews von 1200 repräsentativ ausgewählten Personen zum Thema „Arbeit in Deutschland“ eine Analyse erstellt, wie das Umfeld früherer Zeiten war, was heute empfunden wird und wie wir uns die Zukunft unserer Arbeitsumgebung wünschen und vorstellen.

Von damals bis heute

Seit den 50/60er-Jahren hat sich zwar die Lebensqualität (auch subjektiv empfunden) deutlich verbessert – allerdings weicht die Qualität der Arbeit hiervon deutlich ab. Als erfüllend und positiv bewertet wird hierbei beispielsweise Selbstentfaltung, Gestaltungsraum, Gemeinwohl und Leistung. Als negative Gegenpole sind Misswirtschaft, soziale Kälte, Existenzkampf oder purer Materialismus genannt worden. Auffällig ist, dass einige dieser Werte sehr nahe beieinander liegen, aber in ihren Ausrichtungen den Unterschied ausmachen.

Die empfundene Wahrheit ist, dass wir heute in einer sehr viel instabileren Arbeitswelt unsere Brötchen verdienen müssen, während das damalige Gefühl von Sicherheit und Beständigkeit geprägt war. Es herrscht derzeit eine gesellschaftliche Situation vor, die durch Druck, Risiko und Spaltung der Gesellschaft, aber gleichermaßen auch auf wirtschaftlichen Erfolg ausgerichtet ist.

Die Zukunft

Die Hoffnung auf eine bessere Zukunft sieht verhalten aus. Die Erwartungsspanne hinsichtlich des Eintritts von Idealbedingungen reicht von „könnte möglicherweise erreicht werden“ bis hin zu „wird erreicht werden“. Begriffe und Werte mit denen wir die Zukunft verbinden, lassen sich in sieben Wertewelten untergliedern, die die Grundpfeiler der Vorstellungen der Befragten darlegen.

  1. Sorgenfrei von der Arbeit leben können

Ein Drittel der Befragten gab an, dass dies für sie in der idealen Arbeitswelt die Abwesenheit von Druck und Zukunftsängsten bedeutet. Gleichermaßen ist dies die Sicherheit, dass man selbst oder die Familie ohne größere materielle Sorgen leben kann.

  1. In einer starken Solidargemeinschaft arbeiten

Diese Aussage wird besonders wichtig, da viele Menschen heutzutage durch das Raster fallen und beispielsweise nur noch den Mindestlohnsektor als Alternative haben. Die Wunschvorstellung ist durch Teilhabe, Wertschätzung und Loyalität geprägt.

  1. Den Wohlstand hart erarbeiten

Hiermit ist nicht nur der materielle Besitz gemeint (nicht jeder ist ein Opportunist). Es geht auch um die Möglichkeiten, sich Lebensqualität verdienen zu können und die Rahmenbedingungen dafür zur Verfügung gestellt zu bekommen.

  1. Engagiert Höchstleistungen erzielen

Dieser Punkt umfasst beispielsweise Aussagen zur Übernahme von Verantwortung, und der Bereitschaft, hohe Leistungen zu erbringen. Auch Herausforderungen anzunehmen und zu meistern spielen eine große Rolle.

  1. Sich in der Arbeit selbst verwirklichen

Arbeitswelt4.0 Selbstverwirklichung in der Arbeit

Im Zeichen von Gestaltungsspielraum steht diese Wertewelt dafür, dass man sich spannende Themengebiete erhofft, die Gesellschaft somit zu bereichern oder flexible Arbeitsmöglichkeiten nutzen zu können.

  1. Balance zwischen Arbeit und Leben finden

Wichtig für diese Wertewelt sind Aussagen wie etwa, dass sich das System dem Menschen anpassen sollteund nicht umgekehrt. Auch die Grundeinstellung spielt eine Rolle – sodass man auch mit gewissen Prinzipien diesen weiterhin treu bleiben, und diese nicht auf Kosten der materiellen Sicherheit opfern muss.

  1. Sinn außerhalb seiner Arbeitswelt suchen

Sinnstiftung, gemeinnützige und selbstlose gesellschaftliche Beteiligung oder auch die eigenen, nicht unbedingt berufsbezogenen, Ziele und Entfaltungsmöglichkeiten sind Aussagen über diesen künftigen erwünschten Zustand.

Kurze Zusammenfassung

Alles in allem stehen der Mensch mit seinen Bedürfnissen in der Arbeitswelt und die Flexibilität der Arbeitswelt (Unternehmen, Politik, Menschen) im Mittelpunkt. Die Diversität der Interessen ist allerdings denkbar verschieden – sodass nicht jeder für die gleichen Werte einsteht. Insofern gibt es nicht DIE ultimative Lösung, sondern Wege, um Voraussetzungen für eine Arbeitswelt zu schaffen, die möglichst viele Menschen inkludiert.

(Quelle: https://www.arbeitenviernull.de/mitmachen/wertewelten/studie-wertewelten.html, zuletzt aufgerufen am 1. August 2017)