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Karrierenetzwerke, wir müssen reden

Das Leben mit Euch könnte so einfach sein. Aber das ist es nicht. Warum eigentlich nicht? Genau darüber müssen wir reden, denn es gibt einen Grund, warum Karrierenetzwerke ein so wichtiges Werkzeug sind. In der Theorie. In der Praxis ist das Verhältnis zu Euch zwiespältiger als gedacht. Das hat sehr viel mit nur einem zentralen Aspekt zu tun, den Karrierenetzwerke aus verschiedensten Gründen gerade nicht auf die Beine stellen können: Zuverlässigkeit.

Karrierenetzwerke, wir müssen reden

Das Leben mit Euch könnte so einfach sein. Aber das ist es nicht. Warum eigentlich nicht? Genau darüber müssen wir reden, denn es gibt einen Grund, warum Karrierenetzwerke ein so wichtiges Werkzeug sind. In der Theorie. In der Praxis ist das Verhältnis zu Euch zwiespältiger als gedacht. Das hat sehr viel mit nur einem zentralen Aspekt zu tun, den Karrierenetzwerke aus verschiedensten Gründen gerade nicht auf die Beine stellen können: Zuverlässigkeit.

Warum ist Zuverlässigkeit der zentrale Punkt? Und warum hapert es daran immer wieder? Wenn das so einfach wäre… Das gilt jetzt natürlich für viele Jobs – aber als Recruiter hat man mit Menschen zu tun. Das macht die Aufgaben am Ende so schwer kalkulierbar. Menschen, die gestern noch begeistert einem Job zusagten, springen heute wieder ab. Es ist traurig, aber das passiert. Anforderungsprofile werden über Nacht geändert und es wird schwer, diese wieder am Markt einzufangen. Termine werden nicht eingehalten, Antworten bleiben aus. All das passiert, wo man mit Menschen zu tun hat. Das gehört dazu, aber es schafft einen grundlegende Unberechenbarkeit für Recruiter, die wir selbst gerne so bekämpfen: Organisation, Planung und Zuverlässigkeit.

Das erklärt, warum immer die Zuverlässigkeit ein sicherer Hafen ist, den Recruiter immer ansteuern wollen. Bei allen Unwägbarkeiten sollten immerhin die technischen Tools funktionieren. Aber das tun sie nicht. Nicht so, wie es zu wünschen wäre. Das fängt bei vermeintlich harmlosen Änderungen an. Vor einigen Wochen rollte XING beispielsweise eine neue Oberfläche für den Messaging-Bereich aus. Alles sollte moderner werden, den mobilen Kommunikationsgewohnheiten angemessen. Gut, verständlich. Doch das Ergebnis war desolat. Ein Messenger ist eben nicht unbedingt der Rahmen, in dem es sich gut und nachhaltig kommunizieren lässt. Er ermöglicht lockere, flüchtige Kommunikation. Aber einen regen Austausch über verschiedene Gespräche hinweg kann man damit nicht pflegen. Nicht im Ansatz.

Sicher, der Talentmanager ist für die Profis gedacht, die massenhaft Kommunikationen anstoßen. Doch komfortabel war er nicht und für eine simple Antwort auch nicht nötig. Doch jetzt? Sortieren, markieren, suchen – das geht nur noch rudimentär. Da bricht keine Welt zusammen, aber doch gewohnte Workflows. Was heute noch ging, geht morgen nicht mehr. Das ist durchaus auch mal zu verkraften.

Doch ein großes Problem wird daraus, wenn es sich im Netz um einen wilden Cluster von Netzwerken, Tools und Anwendungen für Personaler handelt. Sie alle haben ihre eigenen Denkweise, ihr eigenes Geschäftsmodell und ändern diese nach Belieben. Gerne auch mal ohne große Vorwarnung. Es gibt keinen Standard, keine einheitliche Ebene des Austauschs. Es gibt APIs, mit denen wiederum andere Anwendungen wieder ihre eigene Lösung basteln und anbieten. Es ist ein Dschungel.

Und ein Dschungel ist das Gegenteil von dem, was Recruiter an Zuverlässigkeit suchen. LinkedIn zieht wieder eine neue Bezahlschiene ein, XING ändert die Oberfläche, ein weiteres Netzwerk fällt komplett zusammen. Alle bieten ihre eigenen Lösungen, wollen bestenfalls das Projektmanagementtool sein für die ganze Teamarbeit. Sind dann aber doch nichts Halbes und nichts Ganzes, sodass es doch wieder nur einen großes, unübersichtliches Angebot an Insellösungen gibt, die alle gerne die einzigen wären, auf die Recruiter setzen.

Doch das schafft ein größeres Problem: Abhängigkeit. Locked-in-Effekte mögen aus Sicht der Anbieter attraktiv sein, doch digitale Monokulturen sind nichts anderes, als der größte Unsicherheitsfaktor. So gesehen, da ist der Überfluss ja beinahe wieder die einzige Lösung.

Wenn es doch aber nur etwas zuverlässiger wäre, mit den Anbietern und den Karrierenetzwerken…

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